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Diese Seite enthält
Hinweise und Tipps
zum KDV-Verfahren  -  immer mehr!

Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellen:

wie?
zunächst formlos

wo?
immer beim Kreiswehrersatzamt

 

wann?
 jederzeit 
-
vor, bei oder nach der Musterung
 - vor, bei oder nach der Bundeswehr

Verfahren vor dem Prüfungsauschuss?

Und Kosovo?

Wer wird anerkannt?

 

Der Antrag

 

 

Mein Name
 Anschrift
 X-dorf

 

An das
 Kreiswehrersatzamt
 Y-Stadt (= zuständig für meinen Hauptwohnsitz)
per Einschreiben

 

01.08.06

Betr: PK (meine Personenkennziffer)
 Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 hiermit beantrage ich meine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen gemäß Art. 4 Abs. 3 des Grundgesetzes.

 

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift nicht vergessen!)
 (Eine Kopie dieses Schreibens zu der eigenen Akte “KDV” legen; ebenso den Einlieferungsschein von der Post)

 

Folgende Unterlagen können auch später (spätestens 4 Wochen nach einer entsprechenden Aufforderung durch das Bundesamt) eingeschickt werden

Polizeiliches Führungszeugnis

Ausführlicher Lebenslauf

Persönliche Begründung

Die folgenden Ausführungen wurden über wiegend dem Heft “Kriegsdienstverweigerung” vom
Verein für Friedenspädagogik e.V. , Tübingen

entnommen.

 

Das polizeiliche  Führungszeugnis

Das polizeiliche Führungszeugnis (Beleg "N" persönlich aushändigen lassen!) muß persönlich auf dem Einwohnermeldeamt Deiner Gemeindeverwaltung beantragt werden. Es dauert allerdings ca. 2 bis 3 Wochen, bis Du es erhältst und kostet ca. 10, DM. Vorsicht: Das Führungszeugnis, das Du Deinem KDV-Antrag beilegst, darf nicht älter als drei Monate sein.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf soll lückenlos sein und die wichtigsten Lebensdaten enthalten. Dein Lebenslauf soll dem Bundesamt ermöglichen, sich ein Bild von Deinem familiären und sozialen Umfeld zu machen.

Im Lebenslauf sollte enthalten sein:

Name, Geburtstag und Geburtsort;

Eltern und Geschwister, deren Beruf und Lebenssituation;

Angaben zum Familienleben (Todesfälle, Scheidung der Eltern etc.);

schulische Ausbildung;

Wohn-, und Lebenssituation (eigener Haushalt, bei den Eltern etc.);

soziales und politisches Engagement (Mitarbeit bzw. Mitgliedschaft in Vereinen, Parteien, Verbänden etc.);

Interessen und Hobbys;

Konfession und Verhältnis zur Kirche;

Berufliche Ausbildung und Perspektiven.

 

Die Begründung

Der wichtigste und zentrale Teil des Antrages ist Deine "Begründung". Du brauchst die Begründung nicht gleich mit Deinem Antrag abzugeben. Sie kann auch später nachgereicht werden. Wenn Du trotz Aufforderung keine Begründung einreichst, wird der Antrag abgelehnt.

In der Begründung solltest Du ausführlich deutlich machen*

-was "Gewissen" für Dich heißt;

- wie Deine  Gewissensentscheidung zustande kam: Welche Rolle haben dabei eventuell Deine Eltern, Freunde, Bekannte gespielt? Wie hat die Auseinandersetzung mit bestimmten Personen, Filmen, Büchern Dich beeinflußt?

- welche Maßstäbe für Dein Leben bindend sind (Werte und Normen, Gebote und Verbote);

- woher diese Wertvorstellungen kommen, wer und was sie mitgeprägt hat;

- was eine Übertretung dieser Normen (insbesondere Deine Gewissensentscheidung, nicht töten zu können) für Dich bedeuten würde;

- wie Du zur "Gewalt und Gewaltanwendung" stehst, was für Dich "Krieg" bedeutet, welchen Wert "Leben" für Dich hat usw.

- wo und wie Du versuchst, Dich für friedliche Konfliktaustragung einzusetzen, Dich für Frieden und soziale Gerechtigkeit zu engagieren;

- welche Probleme diese Gewissensentscheidung aufwirft

- wie Du zur "Gewalt und Gewaltanwendung" stehst, was für Dich "Krieg" bedeutet, welchen Wert "Leben" für Dich hat usw.

 

Beispiel aus einer Begründung:

Ich verweigere den Dienst mit der Waffe, weil ich nicht imstande bin, einen anderen Menschen im Kriege zu töten. Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht in Einklang bringen, wenn ich einen "feindlichen" Soldaten, einen Menschen wie du und ich umgebracht hätte. Für mich gibt es keine Feinde, viel weniger Todfeinde...
Denn ...

Weitere Hinweise zur Begründung

Es wird dringend abgeraten, die Begründung "abzukupfern”, da die Vorlagen natürlich allgemein bekannt sind.
Wer aber mal ein Beispiel sehen will, um eine Ahnung über Form und Umfang der Begründung zu bekommen, wird auf der Site http://homepages.munich.netsurf.de/Goeran.Za engerlein/zd_konkret/index.htm
fündig.

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Eine Story - abenteuerlich, aber echt

Guten Tag Herr Reich,

...  besten Dank für Ihr Bemühen!

Natürlich dürfen sie meine Story bzw. Auszüge davon in Ihre Homepage übernehmen.... Also hier meine Story:

Am 3.11.98 habe ich meine Verweigerung (alles komplett!)) an das KWE F. gesendet. Bis zum 08.02.99 hatte ich vom BZ noch keine Antwort bekommen, zog somit aus mir bis heute noch unbekannten Gründen - dummerweise - meine Verweigerung zurück.

Kurz vor dem Einberufungsbefehl wurde mir klar, dass ich doch überhaupt nicht zur Bundeswehr will, da ich dass doch nie mit meinem Gewissen vereinbaren könnte!?! Ich bekam also am 12.05.99 den Einberufungsbefehl, am Samstag den 13.05.99 nahm ich mir die Zeit und fuhr auf meine Kosten zum KWE nach F. (90km), um meinen Zweitantrag dort abzugeben. 
Leider lohnte sich die Fahrt überhaupt nicht! Wegen einer zu kurzen Stellungnahme (zum Zweitantrag) gab es keine Entscheidung nach Aktenlage und ich bekam für den 13.07.99 eine Ladung zur Anhörung im KWE F..

Und jetzt das Härteste: Den Termin hatte ich um 9:30Uhr, um 9:20Uhr fuhr mir eine junge Frau mit Ihrem PKW an einer roten Ampel von hinten auf mein Auto, die Folge: Totalschaden!! Irgendwie schaffte ich es mit dem Auto dann doch die 5 min zum KWE zu fahren. Trotzdem war ich ca. 5 min zu spät beim KWE. Außerdem war ich nervlich total am Ende, erstens wegen dem Unfall und zweitens wegen der Anhörung!
Ich klopfte also an die Tür des Anhörungsraumes und trat ein. Ich erzählte
meine Story, obwohl ich dachte sie würden sie sowieso nicht glauben. Aber dann fragten sie mich ob ich einen Arzt benötige und etwas zum Trinken brauche.
Nach ca. 10 min fingen wir dann mit der Verhandlung an. Ich war nicht in der
Lage meine Begründung ordnungsgemäß vorzulesen, dies übernahm dann die Vorsitzende für mich.

Nach ca. 4-5 humanen Fragen musste ich den Raum verlassen, wurde dann wieder reingebeten. Die Vorsitzende sagte dann: "Sehr glaubwürdig war das ja jetzt nicht, sie sind aber als KDV anerkannt!"

Und die Moral von der Geschicht': KDV-Beamte sind auch nur Menschen! Trotz dem dummen Unfall (an dem ich nicht Schuld war!), war ich total froh, nicht 10 Monate so etwas primitives wie Kriegsdienst zu leisten!!

Dieser Beratungsservice übers Internet ist eine sehr gute Idee!
Vielen Dank nochmals für Ihre Beratung.

Mit freundlichen Grüssen

S. K.   -       e-mail an den "Glücklichen": hier

P.S.: ...  noch drei meiner Kollegen, nicht zur Bundeswehr zu gehen, sie hatten alle schon den Einberufungsbefehl, alle drei wurden anerkannt!!!

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