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Zum Mazedonien-Konflikt: Bundeswehr-Einsatz?? Weiter zum Stichwort Kosovo Neu: Ein Friedensgebet aus
Coventry
oder wann? Der Antrag auf Anerkennung als KDV hat aufschiebende Wirkung, sofern er vor der Einberufung und vor der Zustellung einer Vorbenachrichtigung (“... vorgesehen, Sie zum 1.xx. (also ca. in einem halben Jahr) einzuberufen...”) gestellt wird.
hallo! Antwort: Natürlich
kannst/musst Du noch verweigern: KOSOVO-Einsatz der NATO - ein Erfolg?
Weiter zu einer Stellungnahme aus Württemberg Aus dem Gemeindebrief der Christuskirche Ulm-Söflingen: hallo! So schrieb mir wenige Tage nach Beginn des Nato-Luftkrieges gegen Jugoslawien ein junger Wehrpflichtiger. Er, der zunächst durchaus "wehrwillig" war, kam in tiefste Bedrängnis, weil er den "humanitären" Charakter dieser Mission nicht mehr erkennen konnte: "... wenn Menschen getötet werden, auch Zivilisten." "Was hat das denn noch mit dem feierlichen Gelöbnis zu tun, im Soldatengesetz wie folgt festgelegt: 'Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen'?" wurde ich als Beauftragter für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende im Kirchenbezirk Ulm gefragt. Und es gab ja keine leichten Antworten darauf. Auch viele Ältere waren äußerst verunsichert: nicht nur, weil jetzt erstmals seit dem zweiten Weltkrieg wieder deutsche Soldaten offensichtlich an Kampfhandlungen beteiligt waren; nicht nur, weil ein UNO-Auftrag für das Eingreifen fehlte. Zweifel gab es auch durch die Art der "Kriegsberichtserstattung": wie "der Gegner" anschwärzt wurde, teilweise verteufelt; wie der Tod von Zivilisten als "bedauerliche Panne" eingestuft wurde, als gäbe es den "sauberen" Krieg; wie zwischenzeitlich, nach Einstellung der Luftangriffe, (wenn schon nicht gar in Siegerpose) fast selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass allein oder überwiegend das militärische Eingreifen den Neuanfang durch Verhandlungen ermöglicht habe. Hieße das nicht, die Kraft des Gebetes zu unterschätzen, das in den vergangenen Monaten Hunderttausende von Menschen ( mehr jedenfalls, als Soldaten auf beiden Seiten des Konfliktes beteiligt waren) verbunden hat? * Dabei hieß es - unter der Überschrift
bereits im April in einem "Wort an die Gemeinden" unseres Landesbischofs Eberhard Renz: " ... stellen wir fest, dass die Erwartungen fehlgegangen sind, die Hoffnungen trogen. Die Bombardierung hat das Leid nicht gemindert. Der Krieg hat neues Leid in ganz Jugoslawien hervorgerufen und im Zusammenleben der Völker unübersehbaren Schaden angerichtet ..." Es gehe darum "den Menschen und Völkern Jugoslawiens trotz aller Schuld Türen zu öffnen." "Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden." (Röm.12,18) Nein, es gibt keine einfachen Antworten - schon gar nicht im Kosovo-Konflikt, der wohl über Monate und Jahre weiterwirken wird. Aber vielleicht wäre es schon viel, sagen zu können, was ich in der Begründung eines Jugendlichen für seine Kriegsdienstverweigerung in diesen Tagen gelesen habe: Ich kann "mit gutem Gewissen behaupten, niemals jemanden vorsätzlich verletzt zu haben. Kleinere Raufereien in der Schule
ließen sich nicht vermeiden, doch habe ich immer versucht,
Gewaltkonfrontationen aus dem Weg zu gehen und Konflikte gütlich zu lösen. Dass Ihnen Ideen kommen und Friedensgedanken, wünsche ich Ihnen und grüße vielmals Ihr G.Reich
Zurück zu einem praktischen Fall der Kriegsdienstverweigerung
* Nach wie vor gilt jedenfalls die Bitte des Kirchengemeinderats unserer Gemeinde: Nutzen Sie das Abendläuten der Glocken um 19 Uhr zum persönlichen Gebet für den Frieden - im Kosovo, in Mazedonien, Israel/Palästina, Tschetschenien , Afghanistan ... und wo immer auf der Welt! Zurück zu
Zur Presse-Erklärung Kirchlicher KDV-Beistände
IN WÜRTTEMBERG Sehr geehrter Wehrpflichtiger, vermutlich haben Sie einen Brief vom Einwohnermeldeamt bekommen, Darin wird Ihnen mitgeteilt, dass Sie als Wehrpflichtiger erfasst sind und damit rechnen müssen, zur Bundeswehr eingezogen zu werden. Spätestens jetzt wird sich für Sie die Frage stellen, ob Sie den Wehrdienst leisten oder ob Sie eine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anstreben wollen. Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Doch ist es manchmal hilfreich, vor einer solchen Entscheidung mit anderen das Gespräch zu suchen. Dabei kann es um reine Information gehen, aber auch um die Klärung schwieriger und persönlicher Fragen. Da Sie Christ sind und zu unserer evangelischen Kirche gehören. und da Gewissensentscheidungen mit dem Glauben zusammenhängen, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen. dass die Kirche Ihnen bei diesem Klärungsprozess Hilfe anbieten kann. Ich ermutige Sie, eine Entscheidung zu suchen, die Sie persönlich verantworten können. Es soll eine Entscheidung sein. die Sie aufgrund Ihres Glaubens in Ihrem Gewissen treffen. Dass diese Entscheidung. wie immer sie ausfällt, respektiert wird, dafür setze ich mich wie die ganze evangelische Kirche ein. Alle deutschen evangelischen Kirchen haben übereinstimmend erklärt, dass es auch im Zeitalter der Atomwaffen für einen Christen noch möglich ist, Soldat zu werden. Sie haben ebenso die Kriegsdienstverweigerung als eine christliche Handlungsweise anerkannt. Junge Christen sind deshalb als Soldaten und als Zivildienstleistende tätig. Christen können hier also unterschiedliche Wege gehen. Gerade deshalb ist die Entscheidung schwierig. Sie muss gründlich überlegt und geprüft werden. In der Zielrichtung christlicher Ethik liegt nur der Frieden, nicht der Krieg. Frieden zu wahren, zu fördern und zu erneuern entspricht der Grundrichtung der christlichen Botschaft. Christen, die den Dienst mit der Waffe nach Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes verweigern, sind der Überzeugung, dass Jesu Gebot ,,liebet eure Feinde!" den Einsatz militärischer Gewalt ausschließt. Christen, die den Dienst mit der Waffe leisten. wollen zum Frieden beitragen und für Recht sorgen. indem sie Gewalthandlungen zwischen den Völkern und Staaten vorbeugen oder eindämmen und Gewaltopfer schützen. Angesichts der Gewalt in der Welt und im Umgang mit militärischer Macht geraten Christen in eine schwierige Entscheidungssituation. Wer Soldat wird, kann in eine Lage kommen, in der er andere Menschen töten muss. Wer den Kriegsdienst verweigert, muss sich darüber klar sein, dass er damit möglicherweise Menschen in Spannungsgebieten der Gewalt anderer preisgibt. Deshalb sind beide Wege, der des Soldaten und der des Kriegsdienstverweigerers. ethisch nicht eindeutig und können zu Gewissenskonflikten führen. Wenn Sie in diesem Zusammenhang auftauchende Fragen im persönlichen Gespräch klären möchten, können Sie sich an jede Pfarrerin und jeden Pfarrer wenden. Darüber hinaus hat unsere Landeskirche für jeden Kirchenbezirk sachkundige Berater beauftragt, die Gespräche und Informationen zur Gewissensklärung anbieten. Im Pfarramt für Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistende finden Sie weitere kompetente Gesprächspartner. Dort können Sie sich auch über Alternativen zum Zivildienst, etwa im Freiwilligen Dienst im Ausland, informieren. Sie alle stehen Ihnen nicht nur fürs Gespräch, sondern auch zur Begleitung und als Beistand im Verfahren der Kriegsdienstverweigerung zur Verfügung. Auch während des Zivildienstes sind sie und andere kirchliche Mitarbeiter Ansprechpartner ...Zur Fortsetzung dieses Briefes (gesamter Wortlaut) Eberhardt Renz Landesbischof
Kontaktadressen: Beauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für Fragen der Kriegsdienstverweigerer und Zivildienstleistenden Haeberlinstraße 1-3 - 70563 StuttgartBüro des Evangelischen Wehrbereichsdekans Nürnberger Str. 184 -70374 Stuttgart Tel. (07 11) 52 14 26 EVANGELISCHE LANDESKIRCHE IN WURTTEMBERG Zur Presse-Erklärung Kirchlicher KDV-Beistände
Presseerklärung Konvent der Beistände für
Kriegsdienstverweigerer der
Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Auf dem Jahreskonvent der kirchlichen Beistände für Kriegsdienstverweigerer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg stand das grauenhafte und menschenverachtende Geschehen des Balkankrieges im Mittelpunkt. Uns erschüttern die Morde und Massaker, das Leiden der Flüchtlinge und Vertriebenen im Kosovo, Wir erkennen darin die Folgen von schweren Fehlern und Versäumnissen aller Beteiligten. Auch wir sind nicht schuldlos. Unserer deutschen Abschiebepraxis haben wir nicht deutlich genug widersprochen. Wir haben den jahrelangen gewaltlosen Widerstand der Kosovo-Albaner politisch nicht unterstützt und friedenstiftende Maßnahmen nicht gefördert. Hilfe für die Opfer der serbischen nationalistischen Politik ist unerlässlich. Die Luftangriffe der Nato sollten das Leiden der Kosovo-Albaner beenden. Das Gegenteil ist der Fall; und doch geht das Bombardement weiter. Wieder zeigt sich Gewalt als Ergebnis einer Schuldgeschichte. Bombenangriffe sind keine humanitäre Aktion". Der Krieg, der Nato ist Bruch geltenden Völkerrechts und der bundesdeutschen Verfassung. Die Rechte und Zuständigkeit der UNO wurden missachtet. Menschenrechtsverletzungen sind nicht hinnehmbar genau so wenig wie die Bombardierungen. die die Menschenrechte anderer verletzen. Wir bieten allen Wehrpflichtigen und Soldaten, die in Gewissensnot geraten, seelsorgerlichen Beistand an. Wir fordern politisches Asyl für serbische Kriegsdienstverweigerer und Deserteure. Wir sind dem Gebot Jesu zur Feindesliebe verpflichtet. Mit der ökumenischen Christenheit, dem Ökumenischen Rat der Kirchen, dem Lutherischen Weltbund, der Konferenz Europäischer Kirchen. der Anglikanischen Kirchengemeinschaft, Heimat, das entmilitarisierte Kosovo, zurückkehrenden Flüchtlinge und Vertriebenen zu gewähren. Diese UN-Friedensmission verfügt über die Kompetenz und Erfahrung der Deeskalation. die an die Stelle der Nato-Eskalation treten muss. Flankierend müssen OSZE-Polizeikontingente eingesetzt und präventiv eine Balkankonferenz einberufen werden. Wir haben die Hoffnung, dass so kreative gewaltfreie Wege gefunden werden, um mit den anstehenden Konflikten umzugehen.
Konvent der Beistände für Kriegsdienstverweigerer Der Evang. Landeskirche Württemberg (Pfarrer Jochen Vollmer) Zum Seitenanfang Zurück zu Gebet für den Frieden in der Welt VERSÖHNUNGSLITANEI
AUS COVENTRY Jeden Freitagmittag wird in den Ruinen der von deutschen Bombern zerstörten Kathedrale von Coventry die folgende Versöhnungslitanei gebetet. Sie steht unter zwei biblischen Worten: "Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. " (Röm. 3,23). " "Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus." (Eph. 4,32) (Anmerkung
zum Beten: Du kannst die Zeilen "Liturg/in" leise für dich lesen, und
die "Gemeinde"-Zeile jeweils laut sprechen.) Liturg/in
Wir alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den wir bei Gott
haben sollten. Darum lasst uns beten: Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse: Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Das habsüchtige Streben der Menschen und Völker, zu besitzen,
was nicht ihr eigen ist: Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet: Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Unseren Neid auf das Wohlergeben und Glück der anderen: Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Heimatlosen und Flüchtlinge Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Den Rausch, der Leib und Leben zugrunde richtet: Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen Gemeinde
Vater, vergib! Liturg/in
Lehre uns, o Herr, zu vergeben und uns vergeben zu lassen, Amen.
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